Bygmalion macht Sarkozy zu schaffen

Mit falschen Rechnungen hat die Partei von Nicolas Sarkozy, die UMP, 2012 den Wahlkampf für die Präsidentschaft finanziert. Die entscheidende Frage dabei: Was bleibt in dieser Affaire an Nicolas Sarkozy selber hängen. „Bygmalion macht Sarkozy zu schaffen“ weiterlesen

Frankreich ist krank, aber nicht tot

Vor zweieinhalb Jahren wurde der französische Präsident Nicolas Sarkozy nach nur einer Amtszeit abgewählt. An seine Stelle ist François Hollande getreten. Nun hat Sarkozy zur besten Zeit seine Rückkehr auf die politische Bühne bekanntgegeben.

Im Interview mit dem Fernsehsender France 2 hat Sarkozy ein sehr düsteres Bild seines Landes gemalt – und sich präsentiert als der weisse Ritter, der die Nation vor dem Untergang retten könnte. Sarkozys Bild ist in meinen Augen zu düster. Viele Ökonomen sehen das deutlich differenzierter. Viele Franzosen haben auch genug von der Schwarzmalerei.

Ich halte es mit dem neuen Wirtschaftsminister, der sagte, Frankreich sei krank, korrekt, aber man kann ja auch wieder gesund werden. Krank ist nicht tot.

Ob es Sarkozy wieder bis ganz oben schafft, ist zudem alles andere als sicher. Erst muss er die ganze ‚Ochsentour‘ machen – wie wir das in der Schweiz nennen. Und die hat er sich ganz anders vorgestellt. Kommt dazu, dass viele Französinnen und Franzosen Sarkozy gar nicht mehr wollen.

Sarkozy will wieder Präsident werden

Eine Überraschung ist es nicht und doch ein viel beachtete Rückkehr in die Politik in Frankreich: Der abgewählte Präsident Nicolas Sarkozy meldet sich zurück. Er will doch wieder Politik machen, Chef der bürgerlichen Opposition werden, und dann natürlich 2017 auch wieder Präsident aller Franzosen. Ein logischer Weg für Nicolas Sarkozy, nicht unbedingt aber für seine zahlreichen politischen Widersacher.

Nicolas Sarkozy kann nichts besseres

Klar kommt dieser Mann zurück. Aber wie? Nur diese Frage interessiert noch in Frankreich.

Wie bricht er sein Versprechen am Abend der Niederlage gegen François Hollande, der Politik für immer den Rücken zu kehren?

Mit einer Botschaft an seine Fans auf Facebook am Freitag. Mit Interviews in Regionalzeitungen heute Samstag und mit einem grossen TV-Auftritt morgen Sonntag zur besten Sendezeit.

Seine Botschaft: „Ich bin in mich gegangen. Ich will in Zukunft ein anderer sein, ich bin berufen, Frankreich aus der Krise zu führen.“

Logisch stellt sich ein Nicolas Sarkozy nicht die Frage, ob er hierfür der richtige Mann ist.

Andere schon. Die Linke natürlich. Sie ist hat ein altes vertrautes Feindbild wieder. Hofft, nun besser die Nuancen zwischen rechter und linker Austeritätspolitik erklären zu können.

Die Frage stellen aber auch alte politischer Freunde rechts, bei der UMP, Alain Juppé, die sich ebenfalls berufen fühlen, Frankreich zu retten, allerdings mit einem neuen Gesicht.

Und dann gibt es die schweigende Mehrheit. Die gemäss Umfragen weder Sarkozy noch Hollande wollen, sondern eine andere Politik, die ihnen zur Zeit nur die Extreme Rechte verspricht.

Sarkozys Rückkehr verläuft nach Plan. Die Gunst der Enttäuschten zurückzugewinnen, dürfte weniger berechenbar sein.

Saint-Gilles wählt rechts, nicht extrem rechts

Im Süden Frankreichs kann der Front National seit Jahren auf seine grösste Wählerschaft setzen. Die Partei von Marine Le Pen setzt dort auf mittelgrosse Städte und prominente Köpfe. So auch in Saint-Gilles in der Camarque; mit Gilbert Collard, Abgeordneter in der National-Versammlung und grosser Sieger des ersten Wahlgangs. Der aktuelle Bürgermeister der Linken zog seine Kandidatur zurück und forderte seinen Wählerinnen auf, das kleinere Übel, den Kandidaten der UMP zu wählen. Die Rechnung ist hauchdünn aufgegangen.