Nicolas Sarkozy kann nichts besseres

Klar kommt dieser Mann zurück. Aber wie? Nur diese Frage interessiert noch in Frankreich.

Wie bricht er sein Versprechen am Abend der Niederlage gegen François Hollande, der Politik für immer den Rücken zu kehren?

Mit einer Botschaft an seine Fans auf Facebook am Freitag. Mit Interviews in Regionalzeitungen heute Samstag und mit einem grossen TV-Auftritt morgen Sonntag zur besten Sendezeit.

Seine Botschaft: „Ich bin in mich gegangen. Ich will in Zukunft ein anderer sein, ich bin berufen, Frankreich aus der Krise zu führen.“

Logisch stellt sich ein Nicolas Sarkozy nicht die Frage, ob er hierfür der richtige Mann ist.

Andere schon. Die Linke natürlich. Sie ist hat ein altes vertrautes Feindbild wieder. Hofft, nun besser die Nuancen zwischen rechter und linker Austeritätspolitik erklären zu können.

Die Frage stellen aber auch alte politischer Freunde rechts, bei der UMP, Alain Juppé, die sich ebenfalls berufen fühlen, Frankreich zu retten, allerdings mit einem neuen Gesicht.

Und dann gibt es die schweigende Mehrheit. Die gemäss Umfragen weder Sarkozy noch Hollande wollen, sondern eine andere Politik, die ihnen zur Zeit nur die Extreme Rechte verspricht.

Sarkozys Rückkehr verläuft nach Plan. Die Gunst der Enttäuschten zurückzugewinnen, dürfte weniger berechenbar sein.

Berufsbildung mit Note ungenügend

Einfach eine Lehre machen – das beste Rezept gegen Jugend-Arbeitslosigkeit. Die Schweiz – das beste Beispiel dafür, dass dieser Zaubertrank Wunder bewirken kann. Wenn es so einfach wäre, kopierten manche Länder in Europa das Schweizer Modell. Es ist nicht so einfach und das zeigt sich zum Beispiel auch in Frankreich: Politik und Wirtschaft wünschen sich zwar eine Aufwertung der Berufsbildung- weniger als 40 Prozent der Jugendlichen macht eine Lehre. Im gleichen Zug tut sich das Land aber extrem schwer, die bestehenden, tragenden Säulen der Lehrlingsausbildung zu verlassen; nämlich ein zentralistisches Schulsystem und eine nicht existierende Sozialpartnerschaft.

Mission impossible für Premier Valls

Schon wieder muss  sich der Französische Premierminister Manuel Valls einer Vertrauens-Abstimmung im Parlament stellen.  Es ist noch kein halbes Jahr her, dass sich der gleicher Regierungschef Valls die Unterstützung in der Assemblée Nationale holen musste. Niemand rechnete mit einer Abwahl; einmal mehr zeigte sich aber, dass die Linke alles andere als geschlossen hinter ihrer Regierung steht.

Ein Buch zu viel

Die verstossene Première Dame de France, Valérie Trierweiler, hat in die Tasten gegriffen und auf ein paar Hundert Seiten Intimitäten aus dem Präsidenten-Palast zusammengefasst. Ihr Buch erscheint Anfangs September in Grossauflage. Niemand hat darauf gewartet. Auch ich nicht. Und trotzdem bin ich in meine Librairie marschiert, habe 20 Euro auf den Tisch gelegt und zurück im Büro zu lesen angefangen.

Zum Glück kann ich das Buch zur Seite legen, um diese Gedanken nieder zu schreiben. „Ein Buch zu viel“ weiterlesen

OECD: Temporärarbeiter verpassen den Anschluss an die Berufswelt

Die Wirtschaftskrise hat in den Ländern der OECD die Arbeitslosigkeit auf einen Höchststand getrieben.
Auch fünf Jahre stellt die Organisation für Wirtschaft und Entwicklung fest, dass es aber noch Jahre dauern wird, bis sie wieder das Niveau von vor der Krise erreicht. Sie ruft ihre Mitgliedsländer, also auch die Schweiz, dazu auf, ein besonderes Augenmerk auf Langzeit-Arbeitslose zu werfen und auf Menschen, die nur Temporär-Jobs finden. Ansonsten droht ihnen volkswirtschaftlich noch grösseren Schaden.