Bahnreform ist beschlossen, die Streiks gehen weiter, Maturandinnen zittern…

Nach der Nationalversammlung hat auch der Senat, die zweite Parlamentskammer, die Bahnreform beschlossen.

Die Grundzüge der Reform konnte die Regierung erfolgreich verteidigen.

Verloren haben vor allem die Gewerkschaften, die bei der Bevölkerung kaum Rückhalt fanden.

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Trendwende am französischen Arbeitsmarkt? Mehr private als öffentliche neue Stellen geschaffen

Wirtschaftlich befindet sich die französische Wirtschaft an einem Wendepunkt.

Gemäss dem Amt für Statistik INSEE ist die Wirtschaft 2017 um 2.3% gewachsen – das stärkste Wachstum seit zehn Jahren.

Die Arbeitslosigkeit sinkt leicht.

Noch interessanter ist aber die Tatsache, dass 2017 eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt zeigt.

Erstmals seit dem 2. Semester 2012 verzeichnet der private Sektor wieder einen höheren Stellenzuwachs (+0.4% im 4. Sem. 2017), also netto geschaffene Stellen, als der öffentliche Sektor (-0.2%).

Nach ersten Prognosen scheint sich dieser Trend 2018 zu bestätigen.

Weil die Bevölkerung von Frankreich wächst, muss der Netto-Zuwachs an neu-geschaffenen Stellen höher sein als die steigende Zahl Erwerbstätige. Nur so kann die Arbeitslosigkeit sinken.

Lesehinweis:

Auf der Primärachse (linke Skala) ist die Zahl der Erwerbstätigen im öffentlichen Sektor in rot dargestellt. Werte in Tausend.

Die Skala am rechten Rand zeigt die Zahl der Erwerbstätigen im privaten Sektor in blau an. Werte in Tausend.

Würde man beide Werte addieren ergäbe sich die Gesamtzahl der Erwerbstätigen auf dem französischen Arbeitsmarkt (= 25.073 Mio) im 4. Quartal 2017.

In der Grafik unten ist das Wachstum pro Quartal der Stellen im öffentlichen Sektor (rot) und privaten Sektor (blau) dargestellt.

(zum vergrössern bitte auf Bild klicken)

Unmut macht sich breit bei den französischen Bauern, weil das Angebot der Bauern nicht mehr zu den Ansprüchen der Konsumenten passt.

Nicht immer sind die Bauern in Frankreich in den Schlagzeilen.

Das heisst nicht, dass sie nicht protestieren. Im Gegenteil.

Immer wieder kommt es zu landesweiten Protesten.

Was den Bauern zu schaffen macht, ist vor allem die Billigkonkurrenz aus dem Ausland. Der Staat schütze sie nicht, klagen sie.

Allerdings: Billigprodukte für den Export zu produzieren, bringt längerfristig nichts. Perspektiven hat, wer risikofreudig ist und für regionale Märkte produziert.

Erklärung in der Sendung. Zwischen den Schlagzeilen, SRF4News vom 11.4.2018, direkt aus der #RadiostudioBern…

«Wir haben in Frankreich etwas Mühe mit der Marktwirtschaft…», Reportage mitten im Bahnstreik

Es streiken in Frankreich wiedermal viele Mitarbeiter der Staatsbahn SNCF.

Während das Parlament die Öffnung des französischen Schienennetzes für private Konkurrenten berät, ziehen die Gewerkschaften konsequent ihren Streikplan durch: Zwei Tage Stillstand, drei Tage Streik-Pause, zwei Tage Arbeitskampf.

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Reform der französischen Staatsbahn SNCF: 4 Fragen, 4 Antworten

Reformen in Hochgeschwindigkeit – das ist das Markenzeichen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Nach diesem Muster möchte die französische Regierung nun die französische Staatsbahn SNCF reformieren.

Diese sitzt auf einem riesigen Schuldenberg von 50 Mrd Euro, der jedes Jahr weiter wächst.

Das Bahnunternehmen soll sich künftig weniger auf defizitäre TGV-Verbindungen ausrichten, als vielmehr die Qualität im Regionalverkehr verbessern.

Und um die Kosten zu senken, sollen die Angestellten althergebrachte Lohnprivilegien verlieren. Die Verärgerung bei den Gewerkschaften ist gross. Sie drohen mit wochenlangen Streiks. „Reform der französischen Staatsbahn SNCF: 4 Fragen, 4 Antworten“ weiterlesen