Das Monument der französischen Gastronomie, Paul Bocuse, ist 91-jährig gestorben.

Mann nehme eine Brise Selbstironie und vermische zwei Buchstaben. Aus dem Wein-Gott „Bachus“ wird „Le Chef“ Bocuse.

Nein, er sei kein Gott, nur der Meister seiner Suppe, entgegnet M. Paul.

Diese, seine bekannteste Suppe war die schwarze Trüffel-Suppe. Er hat sie erfunden und gekocht, als Dank an den französische Präsidenten, der Bocuse ihn in die Ehrenlegion erhob.

Eigentlich war das eine Beleidigung. Denn zu diesem Zeitpunkt war Bocuse schon Papst, der Papst der französischen .

Drei-Sterne Koch seit Mitte der sechziger Jahre. Angeheftet sind sie an sein Restaurant bei Lyon, das Haus seines Grossvaters und seines Vaters, die wie er ihr Leben lang in der Küche standen.

Klein Paul war einfach besser als alle anderen. Hinter dem Herd, natürlich. «Ich mag Butter, Rahm und Wein und verabscheue Erbsen, die vier-geteilt im Teller liegen» , schreibt er in seiner Autobiographie, die natürlich ein Kochbuch ist.

Bocuse Küche will einfach sein, zusammengestellt aus den besten Produkten aus der Region. Wegweisend wurde darum seine «Nouvelle Cuisine».

Bocuse war aber mehr als ein guter Koch. Er war ein Chef der Inszenierung seiner Person.

Früh bereist er die Welt, sammelt überall gute Rezepte, verpasst ihnen eine eigene Note und serviert sie in einer steigenden Zahl von Restaurants in Lyon: Im «Le Nord», «Le Sud», «l’Est» et «l’Ouest» und später in der ganzen Welt in Japan und in den USA.

Bocus gründet eine Hotelfachschule und einen internationalen Wettbewerb für junge Küchen-Virtuosen, den «Bocuse d’Or».

Bocus ist heute ein Imperium mit Millionen Euro Umsatz pro Jahr.

Weitsichtig hat er es in den letzten Jahren seinen drei Kindern überschrieben. Sie haben drei verschiedene Mütter.

Die Marke Bocuse wird darum bei konstanter Temperatur noch eine Ewigkeit vor sich hin garen.

Autor: Charles Liebherr

...arbeitet seit Mitte 2014 als Frankreich-Korrespondent für Radio SRF in Paris. ...war zuvor einige Jahre Wirtschaftsredaktor bei SRF in Bern. ...war ein Onliner der ersten Stunden. ...mag Reportagen und besonders zwei Frauen.