Pressespiegel zur Revision des Arbeitsrechts

Alle nationalen Zeitung setzen die Revision des Arbeitsrechts am Tag nach dessen Präsentation auf ihre Titelseiten.

Nicht alle bewerten die Reform gleich.

L’Humanité meint, dass das Arbeitsrecht von der Regierung zerfetzt wurde:

Libération spielt mit den Worten: «Merci Macron» ist eine Anspielung an den Dokumentarfilm des nunmehr linken Abgeordneten François Ruffin: «Merci Patron».

Die liberale Tageszeitung L’Opinion bleibt sich treu: Nüchtern, sachlich, aber mit einer klaren Präferenz für die Reform. Das Editorial gibt die Richtung vor: Ein Vertrag auf der Basis des Vertrauens.

Die wirtschaftsfreundliche Zeitung Les Echos freut sich fast so fest wie die über den Reformgeist der Regierung: Ein Schlüssel für grundlegende Reformen. Passend darunter der Artikel über die steigenden Gewinne der französischen, an der Börse CAC40 kotierten Unternehmen.

Auf den ersten Blick neutral erscheint der Titel der katholischen Tageszeitung La Croix. Der nebenstehende Kommentar zeigt dann aber klarer, in welche Richtung es geht: Die Regierung habe eine gute Dosis Pragmatismus gefunden und Flexibilität gezeigt bei den Konsultationen mit den Sozialpartnern.

Le Monde zeigt das ganze Meinungsspektrum auf der Titelseite: gespalten, die Arbeitgeber zufrieden. Dazwischen das Editorial: Präsident Macron darf sich als Siwger fühlen – nach der ersten Runde eines langen Ringens mit den und Arbeitgebern.

Le Figaro ist sonst dem Präsidenten nicht besonders freundschaftlich gesinnt. Diesmal gibt es aber Anerkennung. Vielleicht, weil der rechte Premier Philippe die Reformen vorgestellt hat. Diese Revision des Arbeitsrechts könnte vieles grundsätzlich andern.

 

Autor: Charles Liebherr

…arbeitet seit Mitte 2014 als Frankreich-Korrespondent
für Radio SRF in Paris.
…war zuvor einige Jahre Wirtschaftsredaktor bei SRF in Bern.
…war ein Onliner der ersten Stunden.
…mag Reportagen und besonders zwei Frauen.