2. Runde für Emmanuel Macron: «En Marche!» marschiert durch bei den Parlamentswahlen

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Die Umfragen haben es vorausgesagt, die Wählerinnen und Wähler haben es an den Urnen bestätigt: Sie wünschen sich, dass der neu gewählte Präsident Frankreichs im Parlament eine Mehrheit der Sitze erhält.

Die Kandidatinnen und Kandidaten der Partei «La République » erreichen landesweit einen Wähleranteil von 32.2 Prozent aller Stimmen.

«En Marche» darf mit 390-430 Sitzen im Parlament erreichen (Absolutes Mehr = 289 Sitze).

Die tiefste Stimmbeteiligung aller Zeiten bei Parlamentswahlen (rund 50 Prozent) verschafft den Kandidaten von «En Marche» in vielen Wahlkreisen einen Vorteil.

Für den zweiten Wahlgang zugelassen sind nur die Kandidaten, die 12.5% aller möglichen Stimmen pro Wahlkreis erhalten haben. Weil mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten keine Stimme abgab, kommt es nur in wenigen Wahlkreisen zu einem Wahlgang mit mehr als 2 Kandidierende.

Der Wahlkalender spielt auch eine Rolle. Seit die Parlamentswahlen rund einen Monat nach den Präsidentschaftswahlen stattfinden, wählen die Bürger von Frankreich eine klare Mehrheit für den amtierenden Präsidenten.

2017 ist diese besonders deutlich der Fall.

Das hat sich abgezeichnet. Die Umfragen vor der Wahl scheinen sich also zu bestätigen.

Autor: Charles Liebherr

…arbeitet seit Mitte 2014 als Frankreich-Korrespondent
für Radio SRF in Paris.
…war zuvor einige Jahre Wirtschaftsredaktor bei SRF in Bern.
…war ein Onliner der ersten Stunden.
…mag Reportagen und besonders zwei Frauen.