Im Boxkeller der Vorwahlen: 2. Fernseh-Debatte ohne K.O.

«Runde 2» bei den Vorwahlen für die französische Präsidentschaft im Lager der politischen Rechten und des Zentrums: Zum zweiten Mal mussten die eine Kandidatin und die sechs Kandidaten zur grossen Fernseh-Debatte antreten.

Sie fand in einem alten Boxkeller von Paris statt.

Das Dekor inspirierte die Politiker nur zum Teil.

Es war wie erwartet ein Schlagabtausch unter den beiden Favoriten Alain Juppé und Nicolas Sarkozy.

Sarkozy dürfte sich vorgenommen haben, auf Angriff zu boxen.

Seit zwei Wochen sinken seine Popularität und seine Aussichten, die Ausmarchung zu gewinnen.

Wie aus der drohenden Niederlage einen Sieg machen?  Indem er betonte, gelernt zu haben aus früheren Niederlagen.

«Ein Präsident muss mit Überzeugung regieren; seine Politik auch in schwierigen Zeiten durchsetzen», sagte Nicolas Sarkozy.

Ein rechter Hacken gegen Alain Juppé, der als Premierminister 1995 nach wochenlangen Streiks und Protesten auf der Strasse seine Reformen zurück ziehen musste.

Alain Juppé pariert –  mit der gleichen Waffe: Seiner Erfahrung aus genau dieser Vergangenheit.

«Ich kündige alle Reformen an, um nach meiner Wahl eine Blockade zu verhindern.»

So ging das zweieinhalb Stunden lange hin und her, mit Angriffen und Paraden.

Die anderen Kandidierenden im Ring durften auch mal die Faust machen, blieben aber allesamt Statisten.

Das der Fernseh-Debatte steht heute morgen in der Zeitung Figaro: «Es war eine Debatte ohne klare Sieger, aber auch ohne offensichtliches K.O!»

  1. Wahlgang am 20. November, 2. Wahlgang eine Woche später: Der Weg ins Elysée.

Hier fand die zweite TV-Debatte statt: Salle Wagram, Paris

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Salle Wagram Paris

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Salle Wagram Paris 48.876667, 2.296944

Autor: Charles Liebherr

…arbeitet seit Mitte 2014 als Frankreich-Korrespondent
für Radio SRF in Paris.
…war zuvor einige Jahre Wirtschaftsredaktor bei SRF in Bern.
…war ein Onliner der ersten Stunden.
…mag Reportagen und besonders zwei Frauen.