Polizisten demonstrieren gegen Gewalt gegen Polizisten

In Frankreich protestieren Hunderte Polizisten mit Schweige-Kundgebungen vor ihren Kasernen.

Am Wochenende wurden in einer Gemeinde südlich von Paris zwei Polizisten schwer verletzt.

Eine Bande Drogendealer griff eine Pa­t­rouil­le auf Streife an und stecken deren Auto mit Molotov-Cocktails in Brand.

Der Groll in den -Corps sitzt tief.

«Wir Polizisten werden Zielscheibe roher Gewalt, immer häufiger

Unhaltbar, sei das, sagte ein Polizist im französischen Fernsehen.

In zahlreichen Städten haben sich darum Polizisten schweigend vor ihre Kasernen gestellt. Sie fordern mehr Unterstützung von der Regierung, rasch mehr Personal und vor allem mehr Mittel zur Selbstverteidigung.

Beides hatte die Regierung im Zuge des Kampfes gegen den im Land freilich schon versprochen.

Seit diesem Sommer dürfen Polizisten auch ausserhalb ihres Dienstes eine Waffe tragen. In den letzten zwei Jahren bewilligte die Regierung Tausende neuer Stellen und zusätzliche Kredite für eine bessere Ausrüstung.

Die Stimmung innerhalb der Polizei ist deswegen kaum besser geworden.

Wegen der angespannten Sicherheitslage in Frankreich muss sich die Polizei auf die Terrorbekämpfung konzentrieren.

Die Folge: Es fehlt Personal in heiklen Quartieren, in denen sich kriminelle Banden breit machen können.

 

Autor: Charles Liebherr

…arbeitet seit Mitte 2014 als Frankreich-Korrespondent
für Radio SRF in Paris.
…war zuvor einige Jahre Wirtschaftsredaktor bei SRF in Bern.
…war ein Onliner der ersten Stunden.
…mag Reportagen und besonders zwei Frauen.