Die Herren in der Teppichetage leben in Frankreich länger

Seit 1970 leben Französinnen, die 35 Jahre alt sind, im Durchschnitt 5.5 Jahre länger. Männer leben sieben Jahre länger.

Alle sozialen Schichten der Gesellschaft profitieren von diesem Mehr an Lebenserwartung in Frankreich.

Die Lebenserwartung ist aber abhängig vom Grad der Ausbildung.

Männliche Kader mit einer höheren Ausbildung leben sechs Jahre länger als französische Arbeiter.

Zu diesem Schluss kommt das französische Amt für (INSEE), das erstmals die Lebenserwartung in Frankreich mit dem Grad der Ausbildung vergleicht.

Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung.

Frauen leben länger als Männer, nämlich im Schnitt sechs Jahre. Die Lebenserwartung von Französinnen liegt bei 85.5 Jahren.

Männliche Kader mit Diplom leben 6.4 Jahre länger als einfache Arbeiter. Bei Frauen beträgt der Unterschied bloss 3.2 Jahre.

Es gibt mehrere Gründe, warum männliche Kader länger leben als Arbeiter:

  • Kader sind im Arbeitsleben weniger gesundheitlichen Risiken ausgesetzt als Arbeiter (Berufs-Unfälle, Krankheiten, tieferes Risiko, giftigen Stoffen ausgesetzt zu sein)
  • Kader gehören im Allgemeinen einer Gesellschaftsschicht an und können sich einen Lebensstil leisten, welche gesundheitliche Risiken reduziert, vorzeitig zu sterben (Übergewicht, bessere Gesundheitsversorgung)

Menschen mit Hochschulabschluss haben eine Lebenserwartung die 7.5 Jahre höher liegt als Arbeitskräfte ohne Diplom. Grundsätzlich gilt: je höher die Ausbildung, desto höher auch die Lebenserwartung.

Bei Frauen liegen die Unterschiede bei der Lebenserwartung bezüglich dem Grad der Ausbildung tiefer als bei Männern.

Arbeiterinnen ohne Diplom leben länger als männliche Kader.

In jedem Fall steigt die Lebenserwartung im gesellschaftlichen Durchschnitt, also für alle Menschen, schneller als die Lebenserwartung, die vom Grad der Ausbildung abhängig ist.

Die allgemeine Lebenserwartung steigt zwar seit 1970. Die Unterschiede zwischen den sozialen Schichten bleiben gleich.

Autor: Charles Liebherr

…arbeitet seit Mitte 2014 als Frankreich-Korrespondent
für Radio SRF in Paris.
…war zuvor einige Jahre Wirtschaftsredaktor bei SRF in Bern.
…war ein Onliner der ersten Stunden.
…mag Reportagen und besonders zwei Frauen.