Nur wenig mehr Asylbewerber in Frankreich

Der Front National hat bei den Regionalwahlen Ende 2015 so viele Stimmen gemacht, wie noch nie.

Der Front setzte alles auf ein Thema: Die Flüchtlingswelle, die es einzudämmen gelte und welche Frankreich nicht verkraften könne.

An der Wahl-Urne ging dieses politische Kalkül bestens auf.

Die Realität sieht allerdings anders aus. In Frankreich (ca. 65 Mio Einwohner) stellten im letzten Jahr 79’130 Menschen ein -Gesuch.

Das sind 22 % mehr als im Vorjahr. Die Zahl beliebt aber bescheiden.

In Deutschland (ca. 81 Mio Einwohner) stellten im gleiche Zeitraum mehr als eine Million Menschen ein Asylgesuch.

Gemäss dem Office français de protection des réfugiés et apatrides (Ofpra) werden die meisten Gesuche von Menschen aus Syrien (5’200, +66%), aus dem Sudan (5060, +170%) und aus Kosovo (4’650, +92%).

Im letzten Jahr ist die Zahl der Menschen, denen tatsächlich Asyl gewährt wird, deutlich gestiegen. Gut ein Drittel der Gesuche wird schliesslich auch bewilligt.

Die Behörden erklären die Zunahme der Gesuche und der bewilligten Gesuche mit der steigenden Zahl von Migranten, die sich in Paris und Calais bereit erklärten, nicht illegal nach England zu gelangen, sondern in Frankreich zu bleiben und da ein Asylgesuch zu stellen.

Gemäss Ofpra wurden 97% der Gesuche aus Syrien auch bewilligt.

 

 

Autor: Charles Liebherr

…arbeitet seit Mitte 2014 als Frankreich-Korrespondent
für Radio SRF in Paris.
…war zuvor einige Jahre Wirtschaftsredaktor bei SRF in Bern.
…war ein Onliner der ersten Stunden.
…mag Reportagen und besonders zwei Frauen.