Sozialdumping am Klassentreffen der Sozialisten

Die Kollegen der Regionalredaktion von La Rochelle von Radio France sorgen für einigen Wirbel in der Parteizentrale der Sozialisten.

Am Vortag des grossen Klassentreffens der Partei in La Rochelle wurde nämlich bekannt, dass die mit der Logistik beauftragte Firma rumänisches Personal beschäftigt.

Das verstösst nicht gegen das Gesetz. Die Angestellten sind „EU-Entsandte“. Sie erhalten den gesetzlichen Mindestlohn. Aber sie bezahlen ihre Sozialversicherungsbeiträge in Rumänien.

Darum sind sie „billiger“ als Angestellte mit französischem Pass.

Im Baugewerbe ist das Alltag. Die Sozialisten haben diese Praxis immer scharf kritisiert. Jetzt trifft es sie selber.

Die Parteileitung reagierte sofort und entzog der Event-Firma, die ihrerseits eine Unter-Firma beauftrage, den Auftrag.

Das mag kurzfristig für Ruhe sorgen und das mediale Gewitter abziehen lassen.

Der Schaden ist aber schon angerichtet und bestätigt viele ehemalige und vor allem enttäuschte Wähler der Regierungspartei in ihrer Meinung, dass die Marke „“ schon länger nicht mehr gleichbedeutend ist mit sozial-demokratischer Politik.

Autor: Charles Liebherr

…arbeitet seit Mitte 2014 als Frankreich-Korrespondent
für Radio SRF in Paris.
…war zuvor einige Jahre Wirtschaftsredaktor bei SRF in Bern.
…war ein Onliner der ersten Stunden.
…mag Reportagen und besonders zwei Frauen.