Attentat verhindert

Die französischen Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben ein unmittelbar bevorstehendes Attentat in Paris verhindert. Der vermeintliche Attentäter war den Behörden bekannt und versuchte in den letzten Monaten mehrfach nach Syrien zu gelangen. Die Mitteilung des Innenministers von heute Vormittag macht deutlich, wie gross die Gefahr von Terrorakten in Frankreich weiterhin ist – drei Monate nach den Anschlägen auf die Redaktion von Charlie Hebdo.

Der 24jährige Informatik-Student wurde 2014 und Anfangs 2015 vom französischen Geheimdienst überprüft, ohne dass eine formelle Untersuchung gegen den franco-algerischen Doppelbürger eröffnet wurde.

Der Mann wurde am Sonntag in Paris festgenommen, nachdem er Hilfe bei der Sanität angefordert hatte. Offenbar hatte er sich mit seiner eigenen Schusswaffe verletzt. Daraufhin nahmen die Polizeikräfte Ermittlungen auf.

Im Auto und in der Wohnung des vermeintlichen Attentäters wurden zahlreiche weitere Waffen gefunden und gemäss Innenminister Bernard Cazeneuve eindeutlige Hinweise darauf, dass der Mann unmittelbar davor stand, auf ein oder zwei Kirchen Anschläge zu verüben.

Der Mann soll ausserdem in den Mord an einer Frau verwickelt sein, die am Sonntag tot in einem Auto im Pariser Vorort Villejuif gefunden worden war. Er habe vermutlich deren Auto rauben wollen, dabei die Frau getötet und sich selbst verletzt.

Die ungewöhnlich rasche und offene Kommunikation der Behörden macht deutlich, wie hoch die Sicherheitskräfte die Gefahr einschätzen, dass es zu weiteren Anschlägen von Extremisten in Frankreich kommen könnte.

Autor: Charles Liebherr

…arbeitet seit Mitte 2014 als Frankreich-Korrespondent
für Radio SRF in Paris.
…war zuvor einige Jahre Wirtschaftsredaktor bei SRF in Bern.
…war ein Onliner der ersten Stunden.
…mag Reportagen und besonders zwei Frauen.