Der 5. Veloplan für Paris

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Mit dem Vélo in die Schule.

Der Conseil de verabschiedet einen weiteren Veloplan für . Es ist der fünfte in der Geschichte der Stadt.

Neu will die Stadt „Capitale du vélo“ sein. Kopenhagen oder Amsterdam lassen grüssen.

150 Millionen Euro sollen investiert werden bis 2020. Das ist nicht viel. Die Absicht ist schön, die Realität ist aber, dass die Stadt weit davon entfernt ist, das als alltägliches Transportmittel zu fördern.Was fehlt ist eine Kultur des Velofahrens.

Auch ein Blick in die Geschichte ändert daran nichts:

Der Velohändler um die Ecke sagt mir, dass Pariser im Durchschnitt nicht mehr als 400 bis 500 Euro für ein Fahrrad ausgeben wollen. Logisch, denn diese 500 Euro stehen das ganze Jahr über vor allem im Keller. Velofahren ist eine Schönwetter-Freizeit-Aktivität. Mehr nicht.

Das soll sich nun langsam ändern. Um Faktor drei sollen die zurückgelegten Kilometer in der Stadt auf zwei Rädern gesteigert werden.

le-plan-velo-2015-2020-de-la-ville-de-parisBemerkenswert scheint mir, dass die Stadt zwei Velo-Schnellstrassen auf den Achsen Ost-West und Nord Süd mitten durch Paris schaffen will.

Weiter sollen alle Einbahnstrassen für Velofahrer in der Gegenrichtung befahrbar werden und Tempo 30 die Regel in Nebenstrassen sein. >Bleibt nur noch, dass sich die Automobilisten und vor allem die Motorrad-Fahrer daran halten.

Das Netz der Velowege soll von aktuell 700 Kilometer auf 1’400 Kilometer ausgebaut werden.

An jedem Rotlicht soll es Velofahrern erlaubt sein, rechts ab zu biegen ohne auf grün warten zu müssen. Das ist heute schon teilweise erlaubt.

Nette Geste der Zentrumspartei UDI: Sie brachte die Idee in den Rat ein, den Freitag als genereller Velotag auszurufen. Die Verwaltung ist bereit, die Machbarkeit zu prüfen (was in Frankreich heisst, dass die Idee in den Schubladen verschwindet).

Plan-vélo-Paris-2015Gute Fahrt!

 

Autor: Charles Liebherr

...arbeitet seit Mitte 2014 als Frankreich-Korrespondent für Radio SRF in Paris. ...war zuvor einige Jahre Wirtschaftsredaktor bei SRF in Bern. ...war ein Onliner der ersten Stunden. ...mag Reportagen und besonders zwei Frauen.