Eine Milliarde Schinken-Sandwich gegessen

66 Millionen Französinnen und Franzosen haben im letzten Jahr eine Milliarde 280 Millionen Mal ein Sandwich mit Butter und Schinken verschlungen.

„Jambon-beurre“ ist damit auch im letzten Jahr das beliebteste Sandwich Frankreichs gewesen. 58% aller verkauften Sandwiches bestehen aus einem halben Baguette, etwas Butter und Schinken.

Durchschnittlich kostet „la formule jambon-beurre“ 2 Euros 74 Cent. Die Welt kennt ja den Burger-Index. Frankreich hat den „Jambon-Beurre-Index“. Demnach ist die Kaufkraft in Paris am höchsten (3.18 Euros), gefolgt von Tours (3.15 Euros) und Clermont-Ferrand (3.10 Euros).

Wer günstiger anbeissen will, muss in den Süden reisen: In Sète und Dieppe (2.36 Euros) sind die Klassiker am günstigsten zu haben.

Gira Conseils heisst die Firma, welche seit Jahren diese typische französische Gaumenschau durchführt. Sie erlaubt einige interessante Schlussfolgerungen:

  1. Ein Sandwich Jambon-Beurre wurde 2014 um 1.05% teurer. Das heisst die Preissteigerung übertrifft die Teuerung um mehr als das Doppelte (Teuerung = 0.5%). Der Binnenkonsum in Frankreich war im 2014 ebenfalls leicht steigend, das heisst: „Jambon-Beurre“ stützte das minimale Wirtschaftswachstum Frankreichs im letzen Jahr.
  2. Der „Burger“ holt auf, denn im letzten Jahr wurden so viele konsumiert wie noch nie (+ 10%) . Real wurden 1.07 Milliarden Burger gegessen in Frankreich im Jahr 2014. Was heisst das für die Francophonie?
  3. Zum ersten Mal wurden die billigsten Sandwiches nicht im Supermarkt verkauft, sondern von den „Supérettes“, das heisst den kleinen Preisbrechern in den Quartieren. Dort ging der Preis pro Sandwich um 12% zurück gegenüber 2013.
  4. Am teuersten ist das Sandwich in Cafés, Bars oder Brasseries. Gut zu wissen, wer am Wochenende nach Paris fährt. Die Supérettes haben eigentlich immer offen…
  5. Neben Sandwich und Burger lieben die Franzosen offenbar auch Pizzas. Erstaunlich: Frankreich gehört hinter den USA zu den Ländern mit dem grössten Hunger auf Pizza. 809 Millionen Pizzas wurden 2104 verkauft, viel mehr als in Italien. Das ist ein Markt von 5.36 Milliarden Euro. Wer möchte sich davon noch ein Stück abschneiden?

Autor: Charles Liebherr

…arbeitet seit Mitte 2014 als Frankreich-Korrespondent
für Radio SRF in Paris.
…war zuvor einige Jahre Wirtschaftsredaktor bei SRF in Bern.
…war ein Onliner der ersten Stunden.
…mag Reportagen und besonders zwei Frauen.