Je m’appelle Charlie

Eine Mediengeschichte, die Geschichte schreibt, macht zur Zeit in Frankreich die Runde.

Ich habe sie zum ersten Mal auf France Info gehört, die dazu den Psychoanalysten François Bonifaix befragt, Autor des Buches „Le traumatisme du prénom, 2008“.

Nach den Attentaten von vom 7. Januar 2015 wählen eine steigende Zahl von Eltern „Charlie“ als Vornamen für ihr neu geborenes Kind.

Statistisch ist das noch schwer zu belegen. Offenbar ist erst ein Kind in Paris nach dem 7. Januar auf die Welt gekommen und hat als ersten Vornamen „Charlie“ erhalten.

In Frankreich sind aber drei Vornamen die Regel. „Charlie“ wird als zweiter, dritter Vorname tatsächlich häufiger vergeben, als im statistischen Mittel. Gemäss Tradition geben französische Eltern sonst eigentlich eher Vornamen ihrer Eltern den Neugeborenen weiter als zweiter oder dritter Name.

Was sagt der Psychoanalyst dazu?

Appeler son enfant Charlie, c’est aussi un moyen de prolonger la marche républicaine.

Autor: Charles Liebherr

…arbeitet seit Mitte 2014 als Frankreich-Korrespondent
für Radio SRF in Paris.
…war zuvor einige Jahre Wirtschaftsredaktor bei SRF in Bern.
…war ein Onliner der ersten Stunden.
…mag Reportagen und besonders zwei Frauen.