Frankreich ist krank, aber nicht tot

Vor zweieinhalb Jahren wurde der französische Präsident Nicolas nach nur einer Amtszeit abgewählt. An seine Stelle ist François getreten. Nun hat zur besten Zeit seine Rückkehr auf die politische Bühne bekanntgegeben.

Im Interview mit dem Fernsehsender France 2 hat Sarkozy ein sehr düsteres Bild seines Landes gemalt – und sich präsentiert als der weisse Ritter, der die Nation vor dem Untergang retten könnte. Sarkozys Bild ist in meinen Augen zu düster. Viele Ökonomen sehen das deutlich differenzierter. Viele Franzosen haben auch genug von der Schwarzmalerei.

Ich halte es mit dem neuen Wirtschaftsminister, der sagte, Frankreich sei krank, korrekt, aber man kann ja auch wieder gesund werden. Krank ist nicht tot.

Ob es Sarkozy wieder bis ganz oben schafft, ist zudem alles andere als sicher. Erst muss er die ganze ‚Ochsentour‘ machen – wie wir das in der Schweiz nennen. Und die hat er sich ganz anders vorgestellt. Kommt dazu, dass viele Französinnen und Franzosen Sarkozy gar nicht mehr wollen.

Autor: Charles Liebherr

…arbeitet seit Mitte 2014 als Frankreich-Korrespondent
für Radio SRF in Paris.
…war zuvor einige Jahre Wirtschaftsredaktor bei SRF in Bern.
…war ein Onliner der ersten Stunden.
…mag Reportagen und besonders zwei Frauen.