Die französische Regierung auf Goodwill-Tour, um Kritiker auf Distanz zu halten

Ein Jahr nach Amtsantritt sind die Mitglieder der französischen Regierung ins ganze Land ausgeschwärmt, um ihre Politik der Bevölkerung zu erklären.

Die Charme-Offensive ist gut gemeint, kann aber nicht verdecken, dass die französische Exekutive Mühe, hat ihr Handeln glaubwürdig zu erklären: Viele Minister sind in der Öffentlichkeit kaum bekannt und werden primär als politikferne Technokratinnen und Technokraten wahrgenommen.

Das gilt auch für die Kulturministerin Françoise Nyssen. Sie war in Strasbourg.

Ihr Auftritt war gewohnt spröde und stiess auf bescheidenes Interesse beim Publikum.

Das ist ganz im Sinne des Präsidenten, meinen kritische Beobachter.

Das zementiert den Eindruck, dass Emanuel Macron alle Fäden in der Hand behält.

Trendwende am französischen Arbeitsmarkt? Mehr private als öffentliche neue Stellen geschaffen

Wirtschaftlich befindet sich die französische Wirtschaft an einem Wendepunkt.

Gemäss dem Amt für Statistik INSEE ist die Wirtschaft 2017 um 2.3% gewachsen – das stärkste Wachstum seit zehn Jahren.

Die Arbeitslosigkeit sinkt leicht.

Noch interessanter ist aber die Tatsache, dass 2017 eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt zeigt.

Erstmals seit dem 2. Semester 2012 verzeichnet der private Sektor wieder einen höheren Stellenzuwachs (+0.4% im 4. Sem. 2017), also netto geschaffene Stellen, als der öffentliche Sektor (-0.2%).

Nach ersten Prognosen scheint sich dieser Trend 2018 zu bestätigen.

Weil die Bevölkerung von Frankreich wächst, muss der Netto-Zuwachs an neu-geschaffenen Stellen höher sein als die steigende Zahl Erwerbstätige. Nur so kann die Arbeitslosigkeit sinken.

Lesehinweis:

Auf der Primärachse (linke Skala) ist die Zahl der Erwerbstätigen im öffentlichen Sektor in rot dargestellt. Werte in Tausend.

Die Skala am rechten Rand zeigt die Zahl der Erwerbstätigen im privaten Sektor in blau an. Werte in Tausend.

Würde man beide Werte addieren ergäbe sich die Gesamtzahl der Erwerbstätigen auf dem französischen Arbeitsmarkt (= 25.073 Mio) im 4. Quartal 2017.

In der Grafik unten ist das Wachstum pro Quartal der Stellen im öffentlichen Sektor (rot) und privaten Sektor (blau) dargestellt.

(zum vergrössern bitte auf Bild klicken)

Ein Jahr nach der Wahl: Macrons Stern sinkt, aber anders als bei seinen Vorgängern Hollande und Sarkozy

Kaum gewählt, schon unpopulär.

Dieses Schicksal erleiden alle Präsidenten Frankreichs, wenn sie in den Elysée-Palast einziehen.

Präsident Macron ist in diesem Sinne keine Ausnahme. Ausserordentlich ist seine Popularitäts-Kurve dennoch.

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Bundesrätin Simonetta Sommaruga auf Arbeitsbesuch in französischem Gefängnis

In Frankreichs Gefängnissen sitzen 500 Insassen, die als Terroristen verurteilt wurden oder dort auf ihren Prozess warten.

Weitere 1’200 Insassen gelten als radikalisierte Islamisten.

Welche Erfahrungen machen die französischen Behörden mit dieser besonderen Kategorie von Häftlingen?

Das wollte Justiz-Ministerin Simonetta Sommaruga aus erster Hand erfahren.

Sie besuchte darum ein Gefängnis im Norden von Paris, die Haftanstalt Osny, das mit einem speziellen Programm versucht, den Grad der Radikalisierung der Häftlinge zu evaluieren und auch deren Chancen, nach ihrer jahrelangen Haft, nicht wieder rückfällig zu werden.

 

 

Unmut macht sich breit bei den französischen Bauern, weil das Angebot der Bauern nicht mehr zu den Ansprüchen der Konsumenten passt.

Nicht immer sind die Bauern in Frankreich in den Schlagzeilen.

Das heisst nicht, dass sie nicht protestieren. Im Gegenteil.

Immer wieder kommt es zu landesweiten Protesten.

Was den Bauern zu schaffen macht, ist vor allem die Billigkonkurrenz aus dem Ausland. Der Staat schütze sie nicht, klagen sie.

Allerdings: Billigprodukte für den Export zu produzieren, bringt längerfristig nichts. Perspektiven hat, wer risikofreudig ist und für regionale Märkte produziert.

Erklärung in der Sendung. Zwischen den Schlagzeilen, SRF4News vom 11.4.2018, direkt aus der #RadiostudioBern…