Ermittlungsverfahren: Aus der Affaire Fillon wird offiziell die Causa Fillon

Gegen den französischen Präsidentschaftskandidaten der konservativen Rechten, François Fillon, wird ein offizielles Ermittlungsverfahren eröffnet.

Die zuständige Staatsanwaltschaft wirft Fillon vor, öffentliche Gelder veruntreut zu haben.Es ist keine Überraschung mehr, dass aus der Affaire Fillon, nun offiziell die Causa Fillon wird.

Die Ermittlungen der Untersuchungsrichter haben offenbar den Verdacht erhärtet, dass seinerzeit der Parlamentarier François Fillon, seine Frau und zwei seiner Kinder nur zum Schein als persönliche Mitarbeiter angestellt hatte und diese mit mehreren hunderttausend Euro Lohn entschädigte, ohne gegenüber den Untersuchungsbehörden eindeutig belegen zu können, was genau deren Arbeit war.

Die Causa Fillon beschert Frankreich eine Premiere.

Noch nie kandidierte ein Politiker für das höchste Amt im Land, obwohl die Justiz gegen ihm ermittelt.

Fillon hatte einmal versprochen, in diesem Fall zurück zu treten. Das lehnt er inzwischen aber ab, weil er sich von der Justiz ungerecht behandelt fühlt.

Nun soll das Volk richten, sagt François Fillon kämpferisch, beim ersten Wahlgang der am 23. April.

Bis dahin werden noch mehr ehemalige Weggefährten im rechten Lager das sinkende Schiff verlassen haben.

Autor: Charles Liebherr

...arbeitet seit Mitte 2014 als Frankreich-Korrespondent für Radio SRF in Paris. ...war zuvor einige Jahre Wirtschaftsredaktor bei SRF in Bern. ...war ein Onliner der ersten Stunden. ...mag Reportagen und besonders zwei Frauen.

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